2007 Eine Rundreise

Eine Rundreise vom 05.06.2007 bis zum 14.06.2007

So viel zu entdecken - so wenig Zeit. Stefan Giesen aka Igor[Rock] flog mit.

05.06.2007 Mit Germanwings konnten wir bereits vormittags von Köln nach Dublin reisen. Vom Flughafen aus fuhren wir mit einem Bus in die Stadt, wo wir in der Nähe des Stadtzentrums in einem Hostel unterkamen. Nachdem wir unser Zimmer bezogen hatten, machten wir einen ersten Spaziergang durch die nähere Umgebung und konnten uns so bereits einen ersten Überblick verschaffen. Unter anderem besichtigten wir das Dublin Castle, auch wenn wir dort nur das frei zugängliche Außengelände in Augenschein nahmen.

Gegen Abend besuchten wir dann das am Fluss gelegene Vergnügungsviertel der Stadt: Temple Bar. Neben Galerien, Cafés und Restaurants erwarten den Besucher auf dicht gedrängtem Raum zahlreiche Pubs, in denen allabendlich verschiedenste Livemusik geboten wird. Da die Preise jedoch nicht ganz billig sind, sollte man auch genügend Geld mitnehmen. Zunächst kehrten wir in einem Pub ein, in dem traditionelle Irische Musik gespielt wurde. Nach kurzer Zeit füllte sich der Pub jedoch stark mit Gästen, so dass wir uns nach einer Alternative umsahen. Kurz darauf hatten wir einen Pub gefunden, in dem gute Rockmusik geboten wurde.

06.06.2007 Für diesen Tag hatten wir uns eine Menge vorgenommen.

Gleich nach dem Frühstück machten wir uns auf, das Trinity College zu besichtigen. Die Universität, die so namhafte Absolventen wie Oscar Wilde, Jonathan Swift, Bram Stoker oder Samuel Beckett aufweisen kann, ist vor allem durch seine beeindruckende Bibliothek bekannt. Dort wird auch das Buch von Kells ausgestellt, eine der ältesten erhaltenen Handschriften Irlands. Das mehr als 1000 Jahre alte Werk ist eine reich verzierte Abschrift des lateinischen Textes der vier Evangelien. Ein Besuch lohnt, auch wenn man aufgrund des enormen Besucherandrangs früh da sein sollte.

Nachmittags spazierten wir gemütlich entlang des Kanals zu einem beliebten innerstädtischen Park: St. Stephen´s Green. Dabei warfen wir einen kurzen Blick in ein nahe gelegenes Einkaufszentrum. Von dort gingen wir an der berühmten St.Patrick´s Cathedral vorbei, bis wir zu unserem zweiten Tagesziel gelangten: Dem Guinness Storehouse. Die Brauerei des wohl berühmtesten Irischen Bieres hat seinen Stammsitz in Dublin. In einer ehemaligen Lagerhalle der Brauerei hat man entsprechend ein Museum eingerichtet, in dem sich eingehend über Brauverfahren und die Marke Guinness informieren kann. Zum Abschluss des Rundganges kann man über der Stadt in der Sky Lounge ein Pint des Bieres verkosten, welches im üppigen Eintrittspreis enthalten ist. Offen gestanden - Es war das teuerste Guinness meines Lebens. Von dem Museum hatte ich mir eindeutig mehr versprochen und der Ausblick aus der hoch gelegenen Bar war nicht allzu toll. Zudem sah man sich ständig von den nachrückenden Besuchern bedrängt, die ebenfalls einen der wenigen Sitzplätze beanspruchen wollten. So entschieden wir, den Abend wieder mit einem ausgiebigen Besuch im Bezirk Temple Bar zu beenden.

07.06.2007 Gleich nach dem Frühstück begannen wir einen weiteren Stadtrundgang. Der wohl älteste Teil Dublins stellt die Medieval / Viking Area dar. Neben dem Dublin Castle befinden sich in dem Bezirk zahlreiche Sehenswürdigkeiten. Wir besichtigten die älteste erhaltene Kirche der Stadt, St. Audoen´s Church, deren im 13. Jahrhundert errichtetes Kirchenschiff noch heute als Gotteshaus genutzt wird. Während der kostenlosen Führung durften wir sogar Fotos des Innenbereiches machen. Das sonnige Wetter sorgte zudem für tolle Lichtspiele im Inneren des Gotteshauses.

Im Anschluss an die Besichtigung des Gotteshauses spazierten wir entlang eines Abschnittes der alten Stadtmauer zum Fluss. Ein kurzer Besuch der auf der nördlichen Flussseite gelegenen Einkaufsstraßen sowie der North Docklands rundete unseren Besuch in Dublin ab, bevor wir gegen Mittag den Bus bestiegen, der uns zurück zum Flughafen brachte, wo unser Mietwagen bereit stand.

Mit dem PKW, ein Citroen C4, fuhren wir anschließend quer durch Irland nach Kenmare an der Westküste. Dort angekommen gelang es uns schnell, eine hervorragende Unterkunft zu finden. Da Kenmare jedoch am berühmten Ring of Kerry liegt, ist der Ort entsprechend touristisch ausgerichtet, was wir bei unserem Versuch, einen gemütlichen Pub zu finden, schnell bemerkten.

08.06.2007 Gleich nach dem Frühstück machten wir einen kleinen Stadtrundgang. Außer einem Steinkreis und der versteckt gelegenen Cromwell´s Bridge entdeckten wir jedoch nichts weiter von Interesse, so dass wir schon bald wieder im Fahrzeug saßen. Unsere Fahrt führte zu dem Ring of Beara, einer landschaftlich sehr reizvollen Strecke auf der südlichen Halbinsel Beara. Da die Straßen hier nicht so gut ausgebaut sind, wie auf der nördlich gelegenen Halbinsel Kerry, hält sich hier der Ansturm der Touristen auch in Grenzen. Die Halbinsel selbst wird einmal von dem Healy Pass durchstochen, dessen kurvenreiche Streckenführung bemerkenswert ist. Der Pass selbst wurde in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts fertig gestellt. Kurz vor dem höchsten Punkt der Strecke wurde eine Gedenkstätte für die zahlreichen Opfer während der Bauarbeiten geschaffen. Die Aussicht von dem Pass ist natürlich ebenfalls bemerkenswert.

Da wir bereits im Jahr 2001 den Ring of Beara befahren hatten, kannten wir natürlich bereits die malerisch in einer Bucht gelegene Ortschaft Allihies. Bei unserem damaligen Besuch haben wir uns geschworen, nochmals dorthin zu fahren. Auch dieses Mal besuchten wir den Ort bei dem Besten nur denkbaren Wetter. Den Nachmittag verbrachten wir mit einer Wanderung zu der Bergkette, die die Bucht nach Norden hin begrenzt. Zahlreiche Ruinen der Schacht- und Förderanlagen bezeugen die kurze Bergbaugeschichte des Ortes. Das Bergbaumuseum, an dem man bereits vor rund sechs Jahren arbeitete, ist jedoch weiterhin nicht fertig gestellt. Gegen Abend knüpften wir in einem der örtlichen Pubs Kontakt zu den Einwohnern. So erfuhren wir, dass die Kosten des Museums ausschließlich von der Gemeinde aufgebracht werden, so dass sich die Arbeiten weiter in die Länge ziehen. Ich werde also in weiteren sechs Jahren nochmals nach Allihies reisen müssen.

09.06.2007 Nach einem reichhaltigen Full Irish Breakfirst brachen wir zeitig auf, um unsere Rundreise fortzusetzen. Manches Mal hielten wir jedoch unterwegs an, um die beeindruckende Landschaft auf uns wirken zu lassen. Zudem luden zahlreiche Sehenswürdigkeiten zu einer kurzen Besichtigung ein. Unser erster Stopp war demzufolge auch einer der zahlreichen Steinkreise aus der keltischen Frühgeschichte der Grünen Insel. Der Nordküste der Halbinsel folgend gelangten wir schließlich zurück nach Kenmare.

Von dort fuhren wir ein kurzes Stück durch den Killarney Nationalpark nordwärts über Tralee in den Norden der Grafschaft Kerry. Ab Tralee folgten wir weitestgehend der Westküste und kamen an zahlreichen Badestränden vorbei, die aufgrund des Wetters entsprechend gut besucht waren. Ein wenig südlich des Badeortes Ballybunion steht der letzte, vollständig erhaltene Rundturm in der Grafschaft Kerry: Der Rundturm von Rattoo Die Rundtürme entstanden im Mittelalter und sind landestypisch in Irland. Üblicherweise wurden die etwa 30m hohen Türme in Klosteranlagen gebaut. Da sich der Eingang zu dem Turm stets in etwa 3m Höhe befindet wird vermutet, dass es sich bei den Bauwerken um Fluchttürme im Falle eines Angriffs auf die Klosteranlage handelte.

Einen weiteren Zwischenstop legten wir bei dem Carrigafoyle Castle ein, bevor wir mit der Fähre von Trabert aus über den Shannon setzten.

Schließlich gelangten wir in den kleinen Badeort Kilkee, in dem wir für die Nacht Quartier bezogen. Insgesamt war der Ferienort sehr gut besucht. Dennoch gelang es uns auf Anhieb, eine preiswerte und gute Unterkunft im Zentrum zu finden. Der Mietwagen konnte zudem kostenfrei auf einem öffentlichen Parkplatz in der Nähe abgestellt werden. Wir machten einen kleinen Rundgang durch den Ort und über den kleinen, hufeisenförmigen Badestrand, bevor wir in einem der zahlreichen Pubs einkehrten. An diesem Abend konnten wir aus erster Hand erfahren, dass Engländer in Irland nicht gut gelitten sind.

10.06.2007 Als ich nach dem Frühstück unser Bed & Breakfirst verließ, staunte ich nicht schlecht: Der Parkplatz, auf dem ich am Vortrag unseren Mietwagen untergebracht hatte, hatte sich seit den Morgenstunden in einen Marktplatz verwandelt. Da am Vorabend keine Hinweisschilder oder Absperrungen auf den Markt hinwiesen, war ich doch sehr überrascht. Glücklicherweise hatte der Markt noch nicht eröffnet und der Betreiber des Standes, auf dessen Platz unser PKW abgestellt war, erwies sich als höchst verständnisvoll und zuvorkommend. Er hatte seinen Stand soweit es ging aufgebaut und vertraute einfach darauf, dass der Besitzer des Fahrzeuges wohl noch rechtzeitig auftauchen werde.

Unser erstes Ziel des Tages waren die berühmten Cliffs of Moher in der Grafschaft Clare. Die senkrecht in den Atlantik abfallenden Felsen sind in der Tat höchst beeindruckend. Da es immer wieder zu Unfällen kam, bei denen Besucher die im Schnitt 150m hohen Felsen hinabstürzten, hat man seit einigen Jahren befestigte Wege und Begrenzungen angelegt, die jedoch die Sicht auf die Klippen ein wenig einschränken. Wir konnten jedoch beobachten, dass die wenigsten Besucher die entsprechenden Hinweise ernst nahmen. Ein örtliches Besucherzentrum informiert über die Klippen und die zahlreichen Vögel, die dort leben.

Nach dem Besuch des Kliffs folgten wir der landschaftlich reisvollen Küstenstraße nordwärts. Unterwegs besichtigten wir die Klosteranlage Kilmacduagh, in der ein weiterer vollständig erhaltener Rundturm steht. Einen weiteren Zwischenstop legten wir bei dem Dunguaire Castle ein, bevor wir an Galway vorbei die Küste nördlich der Bucht von Galway entlang fuhren. Da die Landschaft hier recht dünn besiedelt ist, fanden wir diesmal nicht auf Anhieb eine Unterkunft. Schließlich kamen wir in einem Bed & Breakfirst in der Ortschaft Carraroe unter.

Nach einem Abendessen in einem chinesischen Restaurant schloss sich der wohl ungewöhnlichste Pubbesuch meines Lebens an. Als wir die Wirtschaft gegen halb zehn Uhr abends betraten, waren wir noch unter den ersten Gästen. Zwei Musiker sorgten für Live-Unterhaltung, wirkten jedoch zunächst in dem großen Raum sehr verloren. Ungewöhnlich war aber, dass es insgesamt drei Theken gab, die jeweils mit mehreren Personen als Servivepersonal besetzt waren. Noch während wir unser erstes Guinness tranken, hatte sich die Kneipe merklich gefüllt. Sämtliche Kunden bestellten mehrere Getränke, überwiegend harte Alkoholika und Mixgetränke, gleichzeitig. Zudem arbeitete das Thekenpersonal ungewöhnlich schnell und lieferte die Getränke quasi im Laufschritt aus. Inzwischen war der Pub voll. Noch während wir bei einem zweiten Bier überlegten, was dieses merkwürdige Verhalten zu bedeuten hatte, wurde das Licht im Raum plötzlich abgedunkelt. Anschließend setzte nochmals ein regelrechter Run auf die Theke ein, bei denen die Gäste so ziemlich alle denkbaren Alkoholika orderten. Ein drittes Bier konnten wir jedenfalls nicht mehr bestellen, da das Thekenpersonal plötzlich verschwunden war. Offenbar nahte die Sperrstunde, da auch die Band kurz darauf aufhörte. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich jemals zuvor oder danach Zeuge einer solchen kollektiven Druckbetankung wurde. Innerhalb von knapp 1½ Stunden waren sämtliche Gäste hochachtungsvoll. Stefan fand die richtigen Worte: »Ich komme mir vor wie im Zeitraffer«

11.06.2007 Diesen Tag hatten wir für eine Reise durch Connemara reserviert. Bereits am Vortag konnten wir uns einen ersten Überblick über die zahlreichen kleinen Inseln entlang der Küste verschaffen. Als wir jedoch weiter nach Norden kamen, änderte sich die Gegend deutlich. Statt weiter, ebener, moordurchsetzter Flächen im Landesinneren, erhoben sich nun zahlreiche Berge. Inmitten des Connemara Nationalpark kann die Kylemore Abbey, ein Benediktinerkloster, das in einem neugotischen Schloss untergebracht ist, besichtigt werden. Allerdings erhob man einen Eintritt, so dass wir von der Idee Abstand nahmen, und verschämt ein Foto des malerisch gelegenen Anwesens schossen.

Wir setzten unsere Fahrt über die N59 fort, bis wir in einem engen Tag in die Ortschaft Aasleagh gelangten. Der örtliche Wasserfall hält sicher den Vergleich mit alpinen Wasserfällen natürlich nicht stand, ist aber allemal einen Halt wert. Zahlreiche Rhododendronbüsche im entlang des Tales sorgen für ein eigenes Flair.

Nach einem kurzen Aufenthalt setzten wir unsere Fahrt fort und warfen noch einen kurzen Blick auf den Heiligen Berg Irlands, dem Croagh Patrick. In Westport stießen wir wieder auf die N59, auf der wir unsere Fahrt gen Norden fortsetzten. Laut Reiseunterlagen sollte im Nordwesten der Grafschaft Mayo auf dem äußersten Ende der Halbinsel Mullet Reste einer frühgeschichtlichen Siedlung, das Doonamo Fort zu besichtigen sein. Die Fahrt dorthin geriet zur Schnitzeljagd, da wir uns in einem Gaeltrachtgebiet befanden und die ausgeschilderten Orts- und Straßennamen nicht mehr mit unseren Reiseunterlagen übereinstimmten. Die ansonsten in Irland praktizierte zweisprachige Ausschilderung suchten wir vergebens und unsere Gaelischkenntnisse sind eher bescheiden. Schlussendlich gelangten wir hinter der Ortschaft Corglogh an die Küste und konnten auf einer Weide einen Ring ausmachen, der wohl das Fort darstellen sollte. Dafür sahen wir abermals imposante Felsformationen an der zerklüfteten Küste und ein Loch im Boden.

Obwohl es inzwischen Nachmittag war, entschieden wir, zurück in das Landesinnere zu fahren, bevor wir eine Unterkunft suchten. Hier draußen war es uns dann doch zu einsam. So fuhren wir zurück über Bangor Ennis auf die N59 nach Ballina. Dort machten wir einen kurzen Abstecher nach Norden, um die Rosserk Friary und die Moyne Abbey zu besichtigen. Anschließend fuhren wir über die N26 nach Südwesten, da wir in den kommenden Tagen die berühmten Wicklow Mountains südlich von Dublin aufsuchen wollten.

Irland ist eigentlich eine Insel auf der es immer regnet. Auf unserer Reise hatten wir - genau wie auf den Reisen zuvor - ein geradezu unverschämtes Glück mit dem Wetter, wie man anhand der Fotos leicht erkennen kann. Gerade als wir uns noch im Auto über den nicht enden wollenden Sonnenschein während unserer Reise unterhielten, gerieten wir unvermittelt in eine Gewitterschauer. Der Scheibenwischer unseres Mietfahrzeuges wurde den Regenmengen selbst auf höchster Stufe kaum mehr Herr. Als dann noch ein entgegenkommender LKW genau auf unserer Höhe eine Pfütze passierte, ging dann gar nichts mehr. Der Spuk währte jedoch nur wenige Minuten, so dass wir unsere Fahrt schnell fortsetzen konnten. Unsere kleine Diskussion hatte wohl den alten Dämon Murphy aufgeweckt... Als wir gegen Abend unsere Unterkunft in Ballaghaderreen, die praktischerweise auch ein Pub war, bezogen hatten, fiel uns eine aktuelle Ausgabe der Tageszeitung Irish Independent in die Hände, die sich ebenfalls mit der ungewöhnlich langen Schönwetterperiode beschäftigte. Die Überschrift lautete: » So long Sunshine« (Auf Wiedersehen Sonnenschein). Das lies für die folgenden Tage nichts Gutes ahnen...

12.06.2007 Unser Tagesziel heute stand fest: Gegen Abend wollten wir die Wicklow Mountains erreichen. Dennoch hatten wir unterwegs Zeit und Muße, in Athlone einen Zwischenstop einzulegen und ein wenig entlang des Shannon zu spazieren. Natürlich warfen wir auch einen Blick auf die trutzige Burg des Ortes.

Unser weiterer Weg führte uns ostwärts nach Kildare. In diesem Ort steht einer der wenigen Rundtürme Irlands, die auch bestiegen werden können. Klar, dass wir uns diese Gelegenheit nicht entgehen ließen, auch wenn es im Turm recht eng wurde.

Schließlich gelangten wir zu den westlichen Ausläufern der Wicklow Mountains und besichtigten das Russborough House. Die Zeit bis zur Führung durch das großzügig angelegte Herrenhaus vertrieben wir uns in dem dortigen Heckenlabyrinth und einer Tasse Tee.

Der Klosterbezirk von Glendalough liegt malerisch in einem Tal der Wicklow Mountains. Als wir gegen Abend dort ankamen, fanden wir den Bereich nahezu menschenleer vor. Gleichzeitig war die Anlage durch die tief stehende Sonne in ein fast unwirkliches Licht getaucht, dem das hier vorliegende Foto nicht im Ansatz gerecht werden kann. Ausgiebig erforschten wir das Gelände, zumal kein Eintritt erhoben wurde. Einzig das nahe gelegene Besucherzentrum, in dem die Geschichte und Funktion der Anlage dargestellt wird, ist kostenpflichtig.

In einer nahen Ortschaft kamen wir schnell in einem preisgünstigen B&B unter.

13.06.2007 Der Betreiber des B&B besitzt zusätzlich ein gehobenes Restaurant, so dass wir unser Frühstück in gediegener Atmosphäre einnahmen.

Im Anschluss begaben wir uns erneut zu dem Klosterbezirk, fanden aber bei weitem nicht mehr die traumhaften Lichtverhältnisse des Vorabends vor. Stattdessen tappten bereits etliche Touristen durch die diesige Morgenluft. Wir entschieden daher, eine Rundreise durch die Wicklow Mountains zu starten.

Aufgrund der Nähe zur Hauptstadt sind die Berge auch bei der Irischen Prominenz als Wohnsitz beliebt. Die Gegend diente zudem bereits als Kulisse für einige Hollywoodproduktionen. So entstanden hier beispielsweise Szenen aus den Filmen Excalibur und Braveheart. Beiden Produktionen sind sogenannte Scenic Drives gewidmet, die den interessierten Besucher zu den Drehorten führen. Witzigerweise existiert sogar ein Ort mit dem Namen Hollywood, auch wenn der Name nur zufällig an die amerikanische Traumfabrik erinnert und der Ort selbst wesentlich älter ist. Die Reise durch die Berge lohnt aber alleine wegen der tollen Landschaft, auch wenn in unserem Fall das Wetter an diesem Tag nicht mehr so recht aufklaren wollte.

Gegen Nachmittag entschlossen wir uns, in der Nähe des Flughafens ein Quartier zu suchen, da unser Rückflug am kommenden Tag bereits gegen Mittag stattfinden sollte. So fuhren wir über den Autobahnring von Dublin und kamen schließlich in dem kleinen Ort Swords unter.

14.06.2007 Bei der Anmietung des Fahrzeuges hatte man uns sehr deutlich gemacht, dass wir den PKW mit leerem Tank zurückgeben sollten. Nun hatten wir bereits am Vortag über etliche Kilometer hinweg die Warnleuchte bewundert, die uns verzweifelt einen möglichst baldigen Tankstop nahe legen wollte. Es grenzte an ein Wunder, dass der Wagen an dem morgen überhaupt noch startete. Buchstäblich mit dem letzten Tropfen Sprit rollten wir schließlich zur Rückgabe des PKW an den Flughafen und stellten das Fahrzeug auf den uns zugewiesenen Parkplatz. Ob der Angestellte des Mietwagenunternehmens anschließend das Fahrzeug noch bis zu einer Tankstelle fahren konnte, wage ich zu bezweifeln.

Während Stefan im Büro die mit der Abgabe verbundenen Formalitäten regelte, schlenderte ich über den Rückgabeparkplatz und nahm die anderen Mietwagen einmal in Augenschein. Es fand sich kaum ein Fahrzeug, welches nicht irgendwelche Kampfspuren aufwies. Aufgrund der zahlreichen engen, kurvigen Straßen, des ungewohnten Linksverkehrs und der Rechtslenkung ist eine Vollkaskoversicherung des Mietfahrzeuges ohne Selbstbeteiligung offenbar sehr zu empfehlen.