2014 Toronto und Nova Scotia

Nach zwei Jahren wollte ich wieder Stefen in Kanada besuchen. Meine Freundin hatte noch nie das zweitgrößte Land der Erde besucht, so dass wir zuerst Toronto und die Niagara-Fälle bereisten, bevor wir mit einem Inlandsflug nach Halifax weiterflogen, um dort dann Stefan zu treffen.

01.09.2014 Mit einem Direktflug ging es in neun Stunden von Frankfurt nach Toronto. Am Gepäckband warteten wir leider vergebens auf meinen Koffer, so dass wir bereits eine Verlustanzeige machen wollten. Bei einer letzten Runde um das Band entdeckte ich dann doch noch der Koffer etwas abseits. Offensichtlich hatte wohl jemand meinen Koffer voreilig vom Gepäckband geholt, dann aber nicht mehr zurückgestellt.

Mit einer Limousine fuhren wir dann in das Innenstadthotel, in das wir gegen Abend eincheckten. Aufgrund der Zeitverschiebung ( -6 Stunden) zogen wir es vor, an diesem Abend nichts weiter zu unternehmen.

02.09.2014 Natürlich besuchten wir gleich am ersten Tag einige der Highlights von Downtown Toronto. Gleich morgens gingen wir ein Stück durch den P.A.T.H, dem unterirdische Wegenetz der Stadt, bis zum Bahnstation. Von dort sind es nur wenige Meter bis zum Baseball-Stadion und dem Fernsehturm, der die Skyline der Stadt dominiert. Natürlich fuhren wir auch hinauf, um den Glasfußboden in 342m Höhe zu bestaunen und die Aussicht aus dem weiter oben gelegenen Sky Pod (447m) zu genießen. Seit einige Zeit ist der Turm um eine Attraktion reicher: Ganz Wagemutige können außen auf einem Steg in 356m Höhe mit Hilfe von Kletterausrüstung  um den Turm herumgehen.

Vom Turm aus erkannten wir ein kleines Eisenbahnmuseum, so dass wir im Anschluss dort eine kleine Besichtigung unternahmen. Bei gutem Wetter gingen wir dann vorbei am Godderham Building oberirdisch wieder zurück zum Hotel.

03.09.2014 Wenn man schon in Toronto ist, sollte man auch einen Besuch bei den Niagara-Fällen einplanen. Mit war die Reiseleiterin meines Besuchs im Jahr 2000 noch in guter Erinnerung, so dass ich mir Ihr im Vorfeld Kontakt aufgenommen hatte. Zu meinem großen Bedauern erfuhr ich, dass Sie zwischenzeitlich nicht mehr in dem Bereich tätig ist und die Touristenfahrten eingestellt hat. Sie konnte aber eine günstige Alternative empfehlen.

Um 09.20 Uhr wurden wir in unserem Hotel von einem Bus abgeholt, der peu à peu weitere Mitfahrer in den verschiedensten Innenstadthotels einsammelte, bevor wir dann in Richtung der Niagara-Fälle aufbrachen. Dort angekommen, brachen die meisten Mitreisenden sofort zum Bootsanleger auf, um sich den Fällen mit dem Schiff zu nähern. Wir hatten bewusst darauf verzichtet, ist es doch eine ziemlich nasse Veranstaltung. Im Übrigen startet die „Maid oft the Mist“ nur noch auf der US-Amerikanischen Seite, während auf der kanadischen Seite inzwischen ein anderer Anbieter tätig ist, dessen Schiffe "Hornblower" heißen. Stattdessen spazierten wir also entlang der beeindruckenden Wasserfälle. Außerdem besichtigten wir den Ort Niagara Falls mit seinen zahlreichen vermeintlichen Attraktionen. Auch für einen Besuch des Skylon Towers, von dem aus man einen Panoramablick auf die Fälle hat, blieb noch Zeit.

Nach rund drei Stunden fuhren wir dann gemeinsam mit dem Bus weiter und machten kurz am Niagara Whirlpool Station, bevor wir weiter zum Ort Niagara-on-the-Lake fuhren. Es war von Vorteil, dass ich schon einmal hier war. Während die übrigen Gäste etwas planlos aus dem Bus entlassen wurden, konnte ich mit meiner Freundin recht zielgerichtet zur Mündung des Flusses in den Ontariosee gehen und ihr dort den malerischen Pavillon zeigen. Auch sonst hat der Ort seinen Reiz. Die Architektur ist überwiegend viktorianisch, die Straßen werden von üppigem Blumenschmuck gesäumt und gelegentlich fährt eine Kutsche an einem vorbei.

Zum Abschluss unseres Tagesausflugs lernten wir noch etwas über den örtlichen Weinanbau. Dies scheint ebenfalls fester Bestandteil aller von Toronto aus startenden Niagara-Falls-Touren zu sein. 

04.09.2014 Gleich nach dem Frühstück wanderten wir zum Ontariosee, um dort mit einer Fähre zu den Toronto Islands überzusetzen. Es gab da eine schöne Bucht, die ich unbedingt meiner Freundin zeigen wollte. Weil uns aber der ganze Tag zur Verfügung stand, gingen wir auch zum Badestrand der weitestgehend autofreien Inseln. An dem Tag war es sehr sonnig und warm. Das Thermometer sollte mehr als 30°C erreichen, so dass der Aufenthalt auf den Inseln deutlich angenehmer war, als in den betonierten Häuserschluchten der Metropole.

Für den Abend hatte ich mir etwas besonderes ausgedacht: Im Poor Man´s CN Tower, dem Manulife Centre, befindet sich ein Panorama-Restaurant. Es war mir gelungen, für die Abendstunden einen der begehrten südlichen Außenplätze mit Blick auf die Skyline von Downtown Toronto zu reservieren. Trotz des sehr warmen Tages war es abends jedoch recht zugig und frisch, so dass wir lediglich einen obligatorischen Cocktail mit Blick auf das nächtliche Großstadtpanorama uns nahmen und uns anschließend nach drinnen verzogen.

05.09.2014 Die freundlichen Kanadier: Auf unserem Inlandsflug von Toronto nach Halifax bekamen wir unterschiedliche Plätze im Flugzeug zugewiesen. Nachdem meine Freundin ihrem Sitznachbarn die Situation kurz erläutert hat, bot dieser an, mit mir die Plätze zu tauschen. In Halifax erwartete uns bereits Stefan am Flughafen, so dass wir mit ihm gemeinsam den zweiten Teil unseres Urlaubs beginnen konnten: Eine Rundreise durch das nördliche Neuschottland.

06.09.2014 Bei Lake Charlotte existiert ein kleines Freilichtmuseum, das das Leben der 40er Jahre zeigt. Unumstrittener Star unseres Besuchs war aber eine junge Katze, die uns durch das Museum folgte und Streicheleinheiten nicht abgeneigt war.

In Sherbrooke Village besuchten wir dann ein weiteres Museumsdorf, das sich der viktorianischen Epoche widmet. Während unseres Besuchs fand auch ein Autotreffen unter dem Motto „Show and Shine“ statt, so dass wir unversehens Zeugen wurden, als ein großer Fahrzeugkorso durch das Museum rollte.

Nach dem Museumsbesuch fuhren wir nach Canso, um in einem preiswerten Motel zu übernachten.

07.09.2014 Als Tagesziel hatten wir Ingonish im Cape Breton Nationalpark ausgemacht. Unterwegs hielten wir immer wieder an, um die malerische Landschaft auf uns wirken zu lassen. Da Stefan Cape Breton schon einmal besucht hatte, wusste er um einen versteckten Wasserfall.

Am späten Nachmittag hatten wir die spontane Idee, im Nationalpark noch eine kleine Wanderung auf dem „Smokey Trail“ zu unternehmen. Angesichts der Warnungen (u.a. „Nehmen Sie genug zu Essen und zu Trinken mit“ „Nehmen Sie ein Erste-Hilfe-Set mit“ „Erzählen Sie jemandem, wo Sie hingehen“) ließen wir das Vorhaben aber schnell wieder sein.

08.09.2014 Den ganzen Tag verbrachten wir im Cape Breton Nationalpark. Unsere Karte wies zudem einige kurze Wanderungen aus, die wir vor Ort dann auch umsetzten. Der wohl berühmteste Weg der Region ist der Skyline Wanderweg, der auf einer Aufsichtsplattform hoch über dem St.Lorenz-Golf endet. Dieser Blick fehlt in keinem Infoblatt zum Cape-Breton-Nationalpark. Gegen abend verließen wir den Park und übernachteten in Chéticamp.

09.09.2014 Mit zahlreichen Zwischenaufenthalten (u.a. der Leuchtturm von Cape George) fuhren wir nach Truro.

10.09.2014 Die Stadt Truro liegt am östlichen Ende des Minas Basin der Bay of Fundy. Das hat zur Folge, dass zweimal täglich ein besonderes Naturphänomen zu besichtigen ist, dass durch den enormen Gezeitenunterschied der Bay of Fundy ausgelöst wird: Die Gezeitenwelle. Dabei läuft bei Flut eine große Welle der Fließrichtung des Flusses entgegen. Natürlich ließen wir uns das Schauspiel, das die Natur an diesem Tag für 13.21 Uhr angesetzt hatte, nicht entgehen.

Den Vormittag nutzen wir daher für einen Rundgang durch die kleine Stadt. Nachmittags fuhren wir dann entlang der Küste. Spontan legten wir eine Pause in Burntcoat Head ein, da dort offiziell der höchste Tidenhub der Welt gemessen wurde: Unterstützt durch einen Hurrikan lag der Gezeitenunterschied Anfang Oktober 1869 bei sagenhaften 21m. Der Durchschnittswert ist aber dort mit über 16m immer noch beachtlich. Allerdings ist die Pegelstation inzwischen außer Betrieb.

Gegen abend mieteten wir uns in ein traumhaftes B&B in Wolfville ein. Es gefiel uns so gut, dass wir unsere Kanadareise 2017 dort begannen.

11.09.2014 Nach einem ausgedehnten Frühstück in gediegener Atmosphäre machten wir uns auf den Weg nach Halls Harbour. Hier laufen nicht nur die Schiffe aus, sondern auch mal das ganze Hafenbecken ;-) Ich wollte unbedingt meiner Freundin den bei Ebbe komplett trocken liegenden Hafen einmal zeigen.

Im weiteren Verlauf des Tages fuhren wir nach Annapolis Royal und besichtigten dort den botanischen Garten, bevor wir weiter nach Digby zu Stefans Haus fuhren.

12.09.2014 Dieser Tag bestand aus einem Ausflug auf das Digby Neck. 2012 hatte ich festgestellt, dass man aufgrund der vermutlich besseren Lichtverhältnisse besser vormittags zum Balancing Rock fährt. Gesagt, getan: Morgens nahmen wir die frei stehende 6m hohe Basaltsäule in Augenschein.

Anschließend setzten wir unsere Fahrt nach Brier Island fort, um an einer Fahrt zum Whale Watching teilzunehmen. Auch diesmal konnten wir während der gut 3 ½-stündigen Bootsfahrt einige Buckelwale beobachten. Leider war die See jedoch ausgesprochen kabbelig, so dass unsere Mitfahrer mehrheitlich damit beschäftigt waren, ihre letzte Mahlzeit für sich zu behalten oder wenigstens einer der bereitgestellten Tüten anzuvertrauen, während wir beide uns aber glücklicherweise als seefest erwiesen.

Nachmittags besuchten wir noch ein schönes Fleckchen Erde auf Long Island und machten zum Abschluss noch einen kleinen Stadtspaziergang.

13.09.2014 Von Digby fuhren wir zurück nach Halifax. Dort angekommen, machten wir einen kleinen Abstecher zu Peggy´s Cove, dem wohl meist fotografierten Leuchtturm Kanadas.

14.09.2014 Unser Hotel befand sich in der Nähe des Kreuzfahrthafens von Halifax. Von dort aus spazierten wir durch die Innenstadt und besuchten die Harbour Front mit Ihren Attraktionen. Gegen Mittag verabschiedeten wir Stefan, der zurück nach Digby fuhr.

15.09.2014 Am letzten Tag unserer Reise machten wir wieder einen ausgedehnten Spaziergang durch die Innenstadt von Halifax. Den Abschluss verbrachten wir dann in den Public Gardens.

16.09.2017 Irgendwann geht auch der schönste Urlaub einmal zu Ende. Koffer packen – Auschecken – Heimflug.