2016 Spreewald und Dresden

Uns war klar, dass wir unseren Herbsturlaub innerhalb Deutschlands verbringen wollten. Nur über das genaue Reiseziel bestand lange Unklarheit. Plötzlich war die Idee da, dass wir das Badeparadies Tropical Islands besuchen könnten. So wurde der restliche Urlaub um den Badetag in der ehemaligen Cargolifter-Halle herum geplant.

17.09.2016 Damit die Anfahrt zum Badeparadies nicht allzu lang wurde, entscheiden wir, uns der Halle in Etappen zu nähern. So fuhren wir zunächst mit dem PKW bis nach Eisenach. Unser Hotel lag vor der Stadt in der Nähe des Opelwerks, so dass wir abends mit dem Taxi weiter in die Innenstadt fuhren. Unser Ziel: Ein gemütliches Abendessen und anschließend Livemusik in einem Irish Pub.

18.09.2016 Das Wetter war wechselhaft, aber wenigstens trocken. Überall in der Stadt war erkennbar, dass man sich auf ein besondere Feier vorbereitete: Dass 500jährige Jubiläum der Reformation in 2017. Immerhin ist die Geschichte Martin Luthers eng mit der Stadt verbunden.

Wir besuchten natürlich das Lutherhaus, in dem ein Musuem über das Leben und Wirken des Reformators untergebracht ist. Aber der Tag wurde zu einem weitern Stadtspaziergang genutzt. In der Georgenkirche am Marktplatz sollte gegen Abend ein Konzert stattfingen. Unser Glück war, dass die auftretenden Kräfte bereits nachmittags probten, so dass unsere Besichtigung der Kirche von Klängen klassischer Musik begleitet wurde.

19.09.2016 zu einem Besuch in Eisenach gehört selbstverständlich auch ein Besuch der berühmten Wartburg. Gleich nach dem Frühstück checkten wir in unserem Hotel aus und fuhren zur Burg, die in den Morgenstunden noch nicht sehr besucht war. Trotz des eher schlechten Wetters füllte es sich dann aber merklich.

Innerhalb der Burg steht ein einzelner Turm, auf den man hinaufgehen kann. Dies sollte man auch unbedingt tun, denn die Aussicht über den Thüringer Wald von dort ist einmalig.

Gegen Mittag beschlossen wir, weiter zu fahren. Am frühren Nachmittag erreichten wir die Ortschaft Burg (Spreewald). Da sich das Wetter inzwischen merklich gebessert hatte und die Aussichten für die kommenden Tage wechselhaftes Wetter verhießen, haben wir noch am gleichen Abend eine Kahnfahrt unternommen.

20.09.2016 Nur 40 Autominuten von Burg entfernt liegt das Badeparadies Tropical Islands in Krausnick. Ursprünglich wurde die über 100m hohe Halle gebaut, um einen Zeppelin darin unterzubringen, der sperrige Güter durch die Luft transportieren sollte. Das ambitionierte Unternehmen "Cargolifter" ging aber in die Insolvenz, bevor das Luftschiff gebaut wurde. Übrig blieb die gigantische Halle, die nun als Badeparadies genutzt wird.

Der Besuch dort hat etwas Surreales. Man spaziert durch einen Regenwald und sieht über sich die Stahlkonstruktion der Halle. Mich erinnerte die Situation etwas an einen Science-Fiction-Film. Wer mag, kann auch innerhalb der Anlage übernachten. Wir kehrten Abends nach Burg zurück.

21.09.2016 Örtliche Prospekte wiesen darauf hin, dass unmittelbar in der Nähe der Bismarkturm zu besichtigen sei, von dem man einen gute Aussicht über die Gegend habe. Vor Ort angekommen, fanden wir aber den benachbarten "Weidendom" wesentlich interessanter.

Und da wir noch reichlich Zeit hatten, beschlossen wir nach Lübbenau zu fahren, um von dort mit einem Spreewaldkahn zur Ortschaft Lehde zu fahren. Die Häuer sind mehrheitlich nur über den Wasserweg zu erreichen. Für Fußgänger wurden zudem kleine Holzbrücken errichtet, die die zahlreichen Kanäle überspannen. Selbst die Post wird mit dem Kahn ausgefahren.

Während der gemütlichen Kahnfahrt erklärte der Kahnführer wissenswertes zur Entstehung des Spreewalds und des Ortes. Natürlich sind einer solchen Touristenattraktion zahlreiche Ausflugslokale vorhanden. Auch unser Kahnführer machte an einer Gaststätte Halt und ließ uns Zeit, entweder das Dorf weiter zu erkunden oder aber ein wenig "Wirtschaftsförderung" zu betreiben. Wir entschieden uns für beides.

22.09.2016 Das Tagesziel hieß Dresden. Wir beschlossen aber nicht direkt dorthin zu fahrenn, sondern in Cottbus den Schlosspark Branitz zu besichtigen, über den wir erst vor kurzem eine Fernsehdokumentation gesehen hatten. Der umtriebige Fürst Hermann von Pückler-Muskau gestaltete den Landschaftspark und wurde schließlich auch in einer von ihm selbst entworfenen Grabstätte darin begraben. Das sein Grab die Form einer Pyramide hat, ist vermutlich seinen zahlreichen Reisen zuzuschreiben, die ihn unter anderem auch nach Afrika führten. Neben der Seepyramide ist in dem Park noch eine zweite Pyramide zu sehen.

Über Landstraßen reisten wir weiter nach Dresden. Unser preisgünstiges Hotel lag mitten in der Stadt; unser Zimmer bot einen direkten Blick auf den Zwinger, den wir in den kommenden Tagen nahezu täglich kurz besuchten. Am ersten Abend wollte ich meiner Frau aber unbedingt noch etwas anderes zeigen: Die "Tabakmoschee" Yenidze. Ich hatte das Gebäude bereits 2009 bei meinem ersten Aufenthalt in der Stadt entdeckt und finde weiterhin, dass das ehemalige Industriegebäude einen schönen Kontrast zu der ansonsten sehr barocken Innenstadt darstellt.

23.09.2016 Wer den berühmten Basteifelsen bei Rathen in der Sächsischen Schweiz besichtigen möchte, ist gut beraten, früh dorthin zu fahren. Auf diese Weise hat man die Landschaft noch weitestgehend für sich, bevor die zahlreichen Touristenbusse eintreffen. Ohnehin ist das Morgenlicht schöner.

Auf der Rückfahrt wollten wir auch die Festung Königstein besichtigen, haben die Idee dann ob des dortigen Besucherandrangs wieder verworfen. Statt dessen kehrten wir nach Dresden zurück und besichtigten die barocke Altstadt mit dem Zwinger, der dahinter liegenden Semperoper, der katholischen Hofkirche, dem Fürstenzug und natürlich der Frauenkirche. Ich muss gestehen, dass ich auch diesmal auf einen Besuch der zahlreichen Museen - allem voran das weltberühmte Grüne Gewölbe - verzichtet habe. Das Wetter war einfach zu gut.

Gegen Abend beobachteten wir den Start eines Heißluftballons von dem der Altstadt gegenüber liegenden Ufer. Dort ließen wir den schönen Spätsommertag im Biergarten ausklingen.

24.09.2016 Gewissermaßen als Kontrast zu den zahlreichen Barockbauten fuhren wir mit der Straßenbahn zu dem Stadtteil Loschwitz, der - ebenso wie der am gegenüber liegenden Elbufer liegende Stadtteil Blasewitz, von zahlreichen Gründerzeitvillen geprägt ist. Eine Besonderheit in Loschwitz ist, dass der höher gelegene Ortsteil über eine Standseilbahn und an anderer Stelle mit einer Schwebebahn mit den Gebäuden am Elbufer verbunden ist. Beide Bahnen werden von der Stadt Dresden im Rahmen des öffentlichen Nachverkehrs betrieben. So fuhren wir mit der Standseilbahn (Inbetriebnahme 1895) von der Bergstation "Weißer Hirsch" ins Tal, spazierten den kurzen Weg zur Talstation der Schwebebahn (Inbetriebnahme 1901), um dort auf den Oberloschwitzer Berg hinauf zu fahren. Nachdem wir dort die Aussicht bei einer Tasse Kaffee genossen haben, fuhren wir wieder in das Tal, wo wir kurz an einem Biergarten am Elbufer mit Blick auf die Loschwitzer Brücke einkehrten. Anschließend überquerten wir die Brücke, gingen kurz durch Blasewitz und kehrten schließlich mit der Straßenbahn zu unserem Innenstadthotel zurück.

25.09.2016 In Radebeul-Altkötzschenbroda fand an dem Wochenende das XXI. Internationales Wandertheaterfestival statt. Praktischerweise lag unser Hotel an einem wichtigen Straßenbahnknotenpunkt, so dass wir ohne umzusteigen dorthin fahren konnten. Den ganzen Tag über wurden in dem Ort zahlreiche Darbietungen verschiedenster Künstler gegeben. Unversehens wurde meine Frau von einem Comedian auf die Bühne gebeten, der sie dann publikumswirksam auf die Schultern nahm und mit ihr ein paar Runden Einrad über die Bühne fuhr.

Den Abend ließen wir bei sommerlichen Wetter auf dem Dorfanger bei Livemusik ausklingen.

26.09.2016 Bevor wir die Heimreise antraten, fuhren wir mit dem PKW noch kurz zur Milchhandlung Pfung in der Oststadt. In dem Ladenlokal ist die original Jugendstil-Einrichtung noch erhalten, so dass das Geschäft ebenfalls eine Touristenattraktion ist. Mit Souvenirs für die Daheimgebliebenen machten wir uns dann auf den Rückweg in die Eifel.