Kroatien 2013

Mit einer Ausnahme führten mich meine längeren Auslandsurlaube stets nach Kanada oder auf die britischen Inseln. In 2013 bestand meine Reisebegleitung auf ein Reiseziel, dass zu unserer Urlaubszeitwärmere Temperaturen versprach. Da ich ein halbes Jahr zuvor mit meinem PKW in Bosnien-Herzegowina war und somit auch durch Kroatien gefahren bin, hatte ich auch schon ein Ziel im Sinn ;-)

10.10.2013 Skradin: Meine Freundin wollte mich schon länger von den Vorzügen eher südlich gelegener Urlaubsländer überzeugen. Insbesondere Kroatien stand ganz oben auf Ihrer Wunschliste. Als ich auf der Rückfahrt von Bosnien im Mai 2013 von einer Autobahnbrücke aus einen malerisch gelegenen Ort erspähte, kam mir der Gedanke, dass es offensichtlich auch in Kroatien sehenswerte Ecken gibt. Als ich nur wenige Meter hinter der Autobahnbrücke ein Schild mit dem touristischen Hinweis "Krka Nationalpark" entdeckte, war mein Widerstand vollends dahin geschmolzen. Nach der Rückkehr aus Bosnien im Mai konnte unsere Planung beginnen. Schnell  hatten wir einen günstigen Flug und eine preiswerte Unterkunft gefunden.

Als wir am 10.10.2013 morgens am Flughafen Split unseren Mietwagen übernahmen, erhielten wir ein kostenloses Mietwagen-Upgrade, so dass wir ziemlich entspannt losfuhren. Vor Ort angekommen, war das Zimmer noch nicht bezugsfertig. Die Wartezeit überbrückten wir sofort mit einem ersten Spaziergang. Skradin liegt am Eingang des "Krka Nationalpark" und stellt ein beliebtes Ausflugsziel dar. Insbesondere kann er bequem über den Fluss Krka von Bootsführern, die in der Adria unterwges sind, erreicht werden. Der Hafen des Ortes ist entsprechend gut ausgebaut; die örtlichen Geschäfte lassen den Rückschluss zu, dass hier zur Hauptsaison einiges los ist. Die im Hafen vertäuten Boote selbst legen außerdem nahe, dass das Publikum eher von der zahlungskräftigen Sorte ist...

11.10.2013 Krka Nationalpark: Unseren ersten Tag verbrachten wir im nahegelegenen Nationalpark Krka, der allein wegen seiner beeindruckenden Wasserfälle sehenswert ist. Gleich zu Beginn besuchten wir die Wasserfälle "Skradinski Buk". Hier fällt das Wasser des Flusses "Krka" über 17 Rauwackestufen insgesamt 45,7m tief. Es ist unmöglich, die Wasserfälle in Ihrer Gesamtheit zu fotografieren, aber ein sehr gut ausgebautes Wegenetz mit zahlreichen Stegen und kleinen Brücken ermöglichet einen sicheren und angenehmen Spaziergang rund um die Fälle, so dass sich immer wieder interessante Perspektiven ergeben. Unserem Besuch war eine längere Regenperiode voraus gegangen, so dass der Fluss besonders viel Wasser führte. Soviel Wasserkraft wurde natürlich auch genutzt. Zahlreiche kleine Mühlen, alte Arbeitsmittel und die Reste eines ehemaligen Wasserkraftwerks können besichtigt werden.

Mit einem kleinen Ausflugsboot kann man über den Obersee zur kleinen Klosterinsel Visovac fahren und die dortigen Anlagen besichtigen. Die Eidechsen sind in der Region allgegenwärtig. Nach einem kurzen Aufenthalt auf der Insel geht die Bootsfahrt weiter an den Karstfelsen vorbei zu den Wasserfällen von "Roski Slap". Diese Wasserfälle sind insgesamt rund 26m hoch. Wir nutzen den Aufenthalt und probierten vor Ort den bekannten dalmatischen Schinken, der vor unseren Augen von der Keule geschnitten wurde.

12.10.2013 Sibenik: Wenige Kilometer von unserer Unterkunft entfernt liegt die Stadt Sibenik mit der Kathedrale St.Jakob, die aufgrund des frei tragenden Tonnengewölbes in die Weltkulturerbeliste der UNESCO aufgenommen wurde. Besonders beachtenswert sind jedoch die auf der Außenseite angebrachten "Bürgerköpfe", die Bürger jeden Standes aus der Bauzeit darstellen.

Unser Reiseführer verwies darauf, dass die oberhalb der Stadt gelegene Festungsanlage einen besonderen Ausblick über die Stadt und auf den etwa 5 km langen Durchbruch des Flusses Krka in die Adria biete. Leider mussten wir feststellen, dass die Anlage zum Zeitpunkt unseres Besuches grundlegend saniert wurde und für Besucher daher unzugänglich war. Bei dem Versuch, dennoch einen halbwegs netten Ausblick über die Stadt an dem See zu erhalten, fanden wir uns unversehens auf einem Friedhof wieder. Dennoch war die Altstadt mit den zahlreichen verwinkelten Gassen, zahlreichen Treppen und engen Durchgängen den Ausflug wert.

13.10.2013 Zadar: Unser Reiseführer wies die Strecke zwischen Sibenik und Zadar als sehenswerte Route aus. Diese Meinung teile ich jedoch nicht. Entweder haben wir uns verfahren oder aber der Autor unseres Reiseführers wollte uns veralbern. Auf der Landesstraße 8, der sogenannten »Adria Magistrale«, gab es auf diesem Streckenabschnitt kaum sehenswertes. so dass wir ohne nennenswerte Pause nach Zadar fuhren. Daher hatten wir dann genug Zeit, durch die Stadt zu schlendern.

Die lange Geschichte Zadars kann bei einem Besuch in der Altstadt, die auf einer nahezu autofreien Halbinsel liegt, gut nachvollzogen werden. So finden sich Reste eines römischen Forums, auf dem später eine Rundkirche errichtet wurde, die wohl das bekannteste Fotomotiv der Stadt ist. Ein beeindruckendes Stadttor zeugt von der venezianischen Herrschaft über Dalmatien. Aus unserer Zeit stammen unter anderem die Meeresorgel und eine große Lichtinstallation am Adriaufer.

14.10.2013 Dubrovnik: Obwohl die Hafenstadt Dubrovnik über 300km von unserer Unterkunft entfernt lag, unternahmen wir einen Tagesausflug mit unserem Mietwagen dorthin. So kam es, dass wir bereits gegen 6 Uhr morgens unsere Pension verließen und ein schnelles Frühstück an der nahegelegene Autobahnraststätte zu uns nahmen, bevor wir auf der Autobahn 1 nach Süden fuhren. Die Autobahn endete jedoch nach rund 2/3 der Strecke, so dass wir den Rest über Landstraßen zurücklegen mussten. Dabei fuhren wir durch das Neretva-Delta, dass für seine Mandarinen bekannt ist. So sahen wir auch zahlreiche entsprechende Verkaufsstände am Straßenrand.

Kurz darauf erreichten wir die als »Adria Magistrale« bekannte Landesstraße 8 und konnten auf dieser landschaftlich reizvollen Strecke unsere Fahrt entlang der Küste fortsetzen. Zwischendurch mussten wir jedoch Kroatien verlassen und für wenige Kilometer durch Bosnien-Herzegowina fahren. Ein nur rund 20km breiter Küstenabschnitt stellt den einzigen Zugang des kleinen Landes zur Adria dar. Kaum hatten wir den Ort "Neum" passiert, konnten wir auch wieder auf kroatischem Territorium weiterreisen, bis wir gegen 10 Uhr morgens unser Ziel erreichten.

Wir begannen unseren Aufenthalt in Dubrovnik mit einer Seilbahnfahrt auf den benachbarten Berg, von dem wir den Blick über die Stadt genossen. Sobald wir wieder an der Talstation angekommen waren, gingen wir zu Fuß in die nahegelegene Altstadt. Zentrale Achse der Altstadt ist die "Placa". Diese im Vergleich zu den übrigen Straßen der Stadt ungewöhnlich breite Straße verbindet das Nordtor mit dem im Süden gelegenen alten Stadthafen. Dort kann man eine kleine Schiffstour (häufig mit einem Glasbodenboot) buchen, die einen außen an der Festungsmauer der Stadt zu einer offenbar namenlosen Festungsanlage und um die vorgelagerte Insel "Lokrum" herum führt. Wenn Sie sportlich sind, können Sie die gleiche Strecke im Rahmen einer geführten Kanutour erkunden. Auch wenn Sie keine Bootstour unternehmen möchten, sollten Sie dennoch in den Hafen gehen. Von hier aus hat man einen guten Blick auf den Uhrenturm, dessen Glocke nicht schwingt, sondern von einer Bronzefigur geschlagen wird.

Den Abschluss unseres Tages bildete schließlich ein nachmittäglicher Rundgang über die Stadtmauer. Auch hier boten sich wieder bemerkenswerte Ausblicke. Außerdem wird bei diesem Rundgang erst klar, welche Dimensionen die Stadtmauer im Vergleich zu der Bebauung der Innenstadt hat. Da sind die unvermeidlichen Kanonen auf der Mauer eher nebensächlich.

Als wir gegen 18 Uhr zurück zu unserem Mietwagen gingen, passierten wir noch einen trinkfesten Teddybären. Nach einer etwas anstrengenden Fahrt erreichten wir schließlich gegen 22 Uhr unsere Unterkunft. Unser Wirt hatte unseren frühen Aufbruch bemerkt und begrüßte uns abends mit einer Flasche heimischen Rotweins, die wir dankbar mit auf unser Zimmer nahmen.

15.10.2013 Primosten: Nachdem wir die "Adria Magistrale" bereits von Zadar nach Sibenik und von dem Neretva-Delta nach Dubrovnik befahren hatten, wollten wir diesmal die Straße von Sibenik aus in südlicher Richtung befahren. Bereits nach wenigen Kilometern stießen wir auf ein kleines Juwel: Der malerische Fischerort Primosten, der nahezu vollständig eine kleine Insel bedeckt.

Wenig später erreichten wir Trogir, wo wir zu Mittag aßen. Die Stadt Split haben wir bewusst umfahren. Sie ist sicherlich eine Reise wert, aber trotz aktueller Straßenkarten und meines Navigationssystems wollte ich nicht in diese Stadt hineinfahren und einen Parkplatz nahe der Altstadt suchen. Vielleicht ein anderes Mal...

Stattdessen folgten wir der "Adria Magistrale" weiter südwärts. Dieser Teil der Strecke wird auch als "Makarska-Riviera" bezeichnet. Leider bewölkte es sich zusehends, so dass dieser sicherlich interessante Küstenabschnitt deutlich an Reiz verlor. Den Rückweg nahmen wir dann auch über die Autobahn.

16.10.2013 Murter: Da das Wetter morgens recht unbeständig war, beschlossen wir nochmals nach Sibenik zu fahren und dort ein Museum zu besuchen. Kaum in Sibenik angekommen, bemerkten wir jedoch, dass sich das Wetter merklich besserte. Kurzentschlossen verzichteten wir daher auf den geplanten Museumsbesuch und fuhren stattdessen auf die nördlich gelegene Insel Murter, wo wir eine malerische Bucht entdeckten, an der wir uns lange aufhielten.

17.10.2013: Nach einem morgendlichen Spaziergang durch Skradin räumten wir unser Zimmer und machten wir uns auf die Rückreise. Während unseres Rückflugs von Split nach Köln/Bonn konnten wir einen atemberaubenden Blick auf wolkenlose Alpengipfel werfen.