Schottland 2006


Ein Reise nach Edinburgh (31.03. - 05.04.2006)
 


Wieder eine Reise, von der ich 14 Tage vor Reiseantritt noch nichts wusste. Als Igor[Rock] und ich entdeckten, dass wir zufällig zur gleichen Zeit Urlaub hatten, wurde spontan diese Reise geplant.
 


31.03.2006 Diesmal starteten wir vom Flughafen Köln/Bonn mit Germanwings, die direkt Edinburgh anfliegen. Von dort gelangt man zügig mit einer Buslinie in die Innenstadt, wo wir uns in der Nähe des Bahnhofes in einem preiswerten Hostel einquartierten, das zu den ohnehin sehr günstigen Übernachtungen ein Frühstück anbot. Einziger Haken: Die Übernachtung fand in einem gemischt belegten 10-Mann-Zimmer statt. Die sanitären Anlagen (Dusche/Waschbecken/WC) mussten zudem mit allen Gästen auf dem Flur geteilt werden. Aber uns schreckt in dieser Beziehung nichts, auch wenn wir bei erster Inaugenscheinnahme davon ausgehen mussten, dass wir wohl die einzigen Herren auf dem uns zugewiesenen Zimmer sind. Damenwäsche lag fröhlich im ganzen Raum verteilt herum, als ob mehrere Koffer explodiert seien. Das konnte ja heiter werden...
Edinburgh: Palace Of The Holyroodhouse Edinburgh: Carlton Hill Den Nachmittag machten wir uns daran, ein wenig die Stadt zu erkunden. Unser erster Weg führte uns auf den Carlton Hill, dem Akropolis Schottlands. Dieser Platz bietet eine gute Aussicht auf die Stadt und die Umgebung. Von dort planten wir den weiteren Verlauf unseres Aufenthaltes. Anschließend spazierten wir hinab zu dem Holyrood-Palast, dem Sitz der Königin, wenn sie zu Besuch in Edinburgh ist. Dort beginnt die »Royal Mile«: Eine Straße, die nahezu in gerader Linie den Palast mit dem Edinburgh Castle verbindet. Ein Spaziergang durch die »Old Town« Edinburgh: Old Town mit seinen hoch aufstrebenden Häusern, Edinburgh: Cockburn Street engen und steilen Aufgängen schloss sich an.
Gegen Abend erkundeten wir das Nachtleben der Stadt. Hier lohnt es sich einen der zahlreichen, kostenlos ausliegenden Kneipenführer zu Rate zu ziehen. Ich habe noch nie eine Stadt erlebt, in der ein solch vielfältiges Angebot an Live-Musik geboten wurde.
 


Edinburgh Castle 01.04.2006 An diesem Wochenende fand eine Art »Tag des offenen Denkmals« statt. So konnten wir die Festung Edinburgh besichtigen, ohne dass es uns Eintritt kostete. Ein Angebot, dass wir freilich nicht alleine wahrnahmen. Dennoch konnten wir bei gutem Wetter die gesamte Anlage, die schottischen Kronjuwelen, das Kriegsgefangenenmuseum und das Museum der schottischen Militärgeschichte in der Festungsanlage besichtigen. Zudem ist dort eine weitere Attraktion untergebracht: die One-O´Clock-Gun. Edinburgh: One O´Clock Gun Dabei handelt es sich um eine der wenigen noch in Gebrauch befindlichen Kanonen, die zu einer festgelegten Uhrzeit abgefeuert werden Edinburgh: One O´Clock Gun. Anhand des Kanonendonners kann dann im Umkreis die Uhr gestellt werden. Ein Merkblatt, das die zeitliche Verzögerung des Knalls im Verhältnis zu Entfernung zur Kanone aufzeigt, ist dabei behilflich. Im Zeitalter der atomgesteuerten Zeitmessung und der Funkuhren sicherlich eine antiquierte Methode. Obwohl das Castle sehr gut besucht war, gelang es uns mühelos, hier den ganzen Tag zu verbringen.
 


Edinburgh: Arthur´s Seat 02.04.2006 Für diesen Tag hatten wir uns eine besondere Wanderung ausgedacht. Dem »Palace Of The Holyroodhouse« schließt sich der Holyroodpark an, zu dem eine Bergformation zählt. Den höchsten Berg, »Arthur´s Seat«, wollten wir besteigen. Obwohl der Berg natürlich keine ernstzunehmende Herausforderung für Eifeler darstellt, ist doch festes Schuhwerk unerlässlich. Der Aufstieg wird zwar durch an der Bergflanke befindlichen Stufen wesentlich erleichtert, aber die einzelnen Tritte können schon einmal eine Höhe von 50 cm erreichen. Zudem ist auf den letzen Höhenmetern keine Treppe mehr vorhanden. Der Aufstieg lohnt in jedem Fall, wird man doch mit einem guten Rundumblick belohnt. In unserem Fall war das Wetter an jenem Tag jedoch recht diesig, so dass wir keine gute Fernsicht hatten. Nach dem wir den Gipfel erklommen hatten, wählten wir eine andere, nicht ganz so steile Route für den Abstieg. Ich schätze, dass wir an dem Tag etwa 12 km zurückgelegt haben.
Den weiteren Tag besuchten wir noch das »Museum of Scotland« und das »Royal Museum« an der Chambers Street.
 


HMY Britannia HMY Britannia 03.04.2006 Eine besondere Attraktion der Stadt ist sicherlich die königliche Yacht Britannia, die nach Ihrer Ausmusterung dauerhaft in Edinburgh zu besichtigen ist. Es handelt sich um das Schiff der königlichen Familie, das zu Staatsbesuchen, Empfängen und Urlaubsreisen genutzt wurde. Eine unbegleitete Audioführung zeigt auf, wie die königliche Familie und die Besatzung von 240 Personen an Bord des Schiffes lebte HMY Britannia: Dining Room und arbeitete HMY Britannia: Engine Room. Da wir an einem Montagmorgen die Yacht besichtigt haben, hielt sich der Besucheransturm in Grenzen, so dass wir in aller Ruhe die einzelnen Stationen besichtigen konnten. Insgesamt verbrachten wir gut und gerne 2 1/2 Stunden auf dem Schiff.
Am Nachmittag besuchten wir noch »Mary King´s Close«. An der Royal Mile befinden sich einige enge Straßen, die durch spätere Bebauung verdeckt wurden. Im Untergrund kann eine Straße heute noch besichtigt werden. Die geführte Tour bringt den Besuchern zudem die Lebensbedingungen des spätmittelalterlichen Edinburghs sehr anschaulich näher.
 


Forth Bridge Stirling 04.04.2005 An diesem Tag schlossen wir uns einer Reisegruppe an, um die nähere Umgebung von Edinburgh zu erkunden. Die Reise stand unter dem Motto »Die Suche nach dem heiligen Gral«. Zunächst fuhren wir jedoch ein wenig nach Westen zu der Forth Road Bridge. Gleich daneben steht die Eisenbahnbrücke, die recht interessant gebaut ist. Allerdings wurde die Brücke gerade saniert, so dass das nebenstehende Bild die teilweise eingerüstete Brücke zeigt. Anschließend fuhren wir weiter nach Norden zum Grab des Schottenkönigs »Robert The Bruce« Grabstelle König Robert The Bruce in Dunfermline Dunfermline Abbey. Die weitere Reise führte uns zum »Wallace Monument« Wallace Monument in die Nähe von Stirling. Hier zeigte sich, dass unser Tourführer nur wenig von der Film »Braveheart« hält, in dem die Lebensgeschichte von William Wallace nacherzählt wird. Tatsächlich habe Wallace einen guten Hinterhalt gelegt, die entscheidende Schlacht bei Stirling wurde jedoch von Robert The Bruce geführt, der in dem Film nicht gerade gut dargestellt wird. Nach einem Besuch in dem Städtchen Stirling ging es dann auch hinaus zu dem historischen Schlachtfeld Bannockburn. Hier wurde uns der Verlauf der Schlacht ausführlich erklärt.
Rosslyn Chapel Rosslyn Den Abschluss der Fahrt bildete die im Südwesten von Edinburgh gelegene Rosslyn-Kapelle, die durch den Roman »Sakrileg« von Dan Brown zu einiger Berühmtheit gelangt ist. In der Tat handelt es sich hier um eine der denkwürdigsten Sakralbauten, die ich je besichtigt habe. Nahezu jede nur denkbare Fläche des Baus aus dem 15. Jahrhundert ist mit Steinmetzarbeiten verziert, die einen wilden Mix aus sakralen und heidnischen Darstellungen bilden. So ist es kein Wunder, das dieser Ort Gegenstand zahlreicher Spekulationen und Legenden ist. Die Beschreibung des Buches noch im Kopf, hatte ich jedoch eine größere Kirche erwartet. Tatsächlich handelt es sich um eine - wie der Name schon sagt - Kapelle. Wer die Bilder des Filmes noch in Erinnerung hat, sei gewarnt: Die Kapelle ist von außen kaum als solche zu erkennen. Offenbar zum Schutz gegen Umwelteinflüsse wurde das Gebäude dauerhaft mit einem zweiten (Wellblech-)Dach versehen, dessen Gerüst die Fassade ebenfalls verdeckt. Dafür kann der Besucher auf das Gerüst hinaufsteigen und von dort die Fassade in Augenschein nehmen. Unweit der Kapelle geht ein Pfad den Berg zu einer Burgruine hinab, die ebenfalls einen kurzen Besuch wert ist, zumal das Gemäuer ebenfalls in dem Film gezeigt wird.
 


Edinburgh: Scott Monument 05.04.2005 Da wir bereits am frühen Nachmittag zurückflogen, blieb uns an diesem Tag nur noch ein kurzer Abschluss-Spaziergang durch Edinburgh, bevor wir gegen Mittag den Bus bestiegen, der uns nach einem gelungenen und ungewöhnlich preiswerten Urlaub zum Flughafen bringen sollte.